Archive for Oktober, 2008

Nach 3 Wochen bestens eingelebt

Montag, Oktober 27th, 2008

Nun bin ich genau 3 Wochen in Santo Domingo. Ich muss ehrlich gesagt zugeben, dass die ersten zwei Wochen nicht so einfach waren, da schon aller hier etwas anders zugeht als ich vorher angenommen hatte. Man sieht sehr viele Bilder und Berichte von der Dominkanischen Republik und jeder verbindet mit dem Land einfach nur Urlaub, Palmen Sonnenschein. Aber wenn man sich dazu entscheidet hier zu Arbeiten und zu Leben, dann merkt man erstmal die Unterschiede. Da war Südamerika noch recht Europa ähnlich, aber die Dominkanische Republik ist eine komplett neue Welt. Nach 3 Wochen hab ich mich auch nun bestens eingelebt, hab eine Menge Freunde gefunden, sprech immer mehr Spanisch und komm mit den Leuten, den Lebenstill und den Verkehr bestens zurecht. Dazu fasziniert es mich, immer wieder was neues hier zu sehen und drüber nachzudenken, dass sowas niemals nie in Deutschland geben würde…

Anfang der Woche haben wir erstmal eine kleine Eidechse gefangen und unserer Hausschlange, welche total ungefährlich ist, zu futtern gegeben. Diese war darüber auch sehr erfreut, da es nach 3 Wochen fasten endlich mal wieder was zu beißen gab. In der Woche war ich Arbeiten und hab es richtig genossen, nach Hause zu kommen und wirklich nix zu tun zu haben. Nix für die Uni, keine anderen Aufgaben, keine Verpflichtungen. Man hat nun viel Zeit um zu entspannen, Spanisch zu lernen, etwas mit seinen Freunden zu unternehmen oder einfach mal das Feierabendbier zu genießen… Samstag war dann Geburtstagsparty zweier Praktikanten, welche genau am gleichen Tag Geburtstag hatten. Poolparty war nun angesetzt, 200m von unserer Wohnung, um 17 Uhr. Wir sind 18 Uhr gekommen und waren die ersten noch vor den Gastgeber… Aber Zeit spielt an den Wochenenden keine Rolle. Anfangs gabs typisches Poolpartywetter, nämlich Regen. Nachdem wir den guten 75% Rum probiert hatten, ein paar Pseudobratwürste genascht hatten und auch der Regen aufgehört hatte, ging es hinein in den Pool. Ich glaub ich war alleine der Meinung, dass der Pool recht warm ist, denn die einheimischen fingen schon nach einigen Minuten an zu frieren. Nachts gings dann in die Innenstadt Party machen. Wir haben uns es erstmal gemütlich auf der Ladefläche des Pickup gemacht und sind durch die Stadt gedüst. Ein sehr geiles Feeling! Die Partyszene hier ist sehr rhythmisch, offen und sehr nett anzusehen. Bier kostet im Club fast so viel wie zu Hause, da die Stimmung jedoch doppelt so gut ist, sieht man schnell drüber weg…

Für den nächsten Tag war dann geplant, morgens früh um 9 mit dem Pickup in das Wochenendhaus eines Einheimischen zu fahren um tropische Wasserfälle zu bestaunen. Um zehn früh wurde der Plan geändert und in einen Strandausflug umgewandelt, zu dem wir ein Stunde später als geplant so gegen 14 Uhr endlich aufbrachen. Aber wie gesagt Zeit spielt an den Wochenenden keine große Rolle… Der Strand war ne kleine Bucht 50 Km von Santo Domingo und nur von Einheimischen besucht. Wir sind natürlich auf der Ladefläche des Pickup mitgefahren, was bei 120 KMH schon mal ein Erlebnis ist…  Aber der Strand war sehr entspannt! Nach den Sonnenuntergang gings wieder nachhause und wenn man sich nochmal die Bilder vom Strand anschaut, dann ist man echt froh hier zu sein, denn in Deutschland kann man nicht mal schnell am Wochenende zum Strand fahren um bei 30 Grad zwischen Palmen einzuschlafen…

 Unsere Schlange beim Essen

 Fast geschafft…

 Regenbogen vor unser Haustuer

 Unser Balkon

 Unterwegs mit dem Pickup

 Fahrt uber Bruecken…

 Bei 120 KMH brauchte man schon ne Schwimmerbrille 😀

Der Pickup

 Skyline Santo Domingo zwischen Palmen

 Klippen von Playa Carribe

 Strandleben

 Abendstimmung…

 …zwischen den Palmen

 Panorama Playa Carribe

 

Unterwegs in Santo Domingo

Montag, Oktober 20th, 2008

Dieses Wochenende haben wir mal genutzt um Santo Domingo unsicher zu machen. Meine erste Woche Arbeit lag nun hinter mir und ich wollte mehr von der Stadt sehen. Zudem wollte mein Mitbewohner David sehr gerne mal einen Cookfight (Hahnkampf) sehen. Daher sind wir erstmal in das Armenviertel um uns zu erkundigen wo welche Kaempfe stattfinden. Anschliessend sind wir in die Innenstadt gefahren und haben vorher noch ein Museum der Modernen Kunst mitgenommen, dessen Gemaelde und Skulpturen fuer mich nur ein Raetsel aufstellten. Danach fuhren wir weiter in die Innenstadt auf der Ladeflaeche eines Kleintransporters, welcher uns angeboten hatte uns mitzunehmen… Angekommen in der Innenstadt schlenderten wir durch Einkaufsstrassen und Parks. Mir wurde die aelteste Kathedrale der neuen Welt gezeigt und das wichtigste Gebaeude der Stadt, die Rumfarbrik. Die Innenstadt ist ca. 5 KM von meiner Wohnung entfernt und um dahin zu kommen nutzt man entweder ein Taxi (3 Euro) oder sogenannte Carra Publicos welche immer nur auf einer Strasse in eine Richtung fahren (1 Euro). Man schaut sich also ein Weg auf der Karte aus und nimmt dann so ein oeffentliches Auto, welche jedoch saemtliche Rekorde brechen. Gestern bin ich in einen gewoehnlichen Auto zusammen mit 7 Personen und 2 Kindern gefahren, letzte Woche in einen Kleinbus ausgelegt fuer 14 Personen, gefuellt mit 29 Personen… Am naechsten Tag haben wir uns dann die Hahnkaempfe angeschaut, bei denen es ordentlich zur Sache geht.  Der Kampfplatz liegt ganz verborgen in einer Nebenstrasse, dessen Eingang kaum zu erkennen ist. Zuerst werden die Paarungen beschlossen. Die Haehne werden verglichen, es wird gehandelt und Diskutiert. Wenn es dann losgeht werden reichlich Wetten abgeschlossen und die Geldscheine in die Luft gehoben. Die Haehne haben entweder eine weisse oder eine blaue Kennzeichnung am Fuss und je nachdem welcher Hahn gerade vorne liegt, wird dessen Farbe gebruellt.  Ein Hahn gewinnt den Kampf, wenn er den anderen zur Strecke bringt. Wenn der Kampf vorbei ist wird entweder gefeiert oder geflucht. War echt ein spannendes Erlebnis, welches ganz den Karibischen Flair ruebergebracht hat. Sonntagabend konnte ich sogar mal Fussball spielen. Doch wie alles hier anders ist, so ist auch Fussball hier etwas anders. Es gibt nur wenige die hier Fussball spielen. Ein Nationalspieler verdient ganze 100 Euro im Monat und stellt daher keine perspektive dar. Wir spielten zusammen mit einigen teams auf einen alten Tennisplatz. Irgendwie kam unsere Mannschaft nur zwei mal in 2 Stunden dran und das nur fuer 10 Minuten, welche aber schon ausgereicht hatten, denn bei 30 grad kommt man schnell mal ins Schwitzen. Zwei Spieler fingen auch um die Frage ob es nun Foul war oder nicht an sich zu pruegeln. Naja war schon okay mal wieder einen Ball zu beruehren…
Achso ab und zu, naja eigentlich sehr oft faellt hier der Strom aus. Das liegt daran, dass die Stromversorgung aus den Haenden des Staates gegeben und privatisiert wurde. Nun bezahlen viele Stromkunden eher gelegentlich bis kaum ihre Stromrechnung. Diese Kunden vom Netz zu nehmen ist nahezu unmoeglich, da sich diese einfach wieder selbst anschliessen (Dieser Kabelsalat manchmal…echt krass). Daher ist die effektivste Loesung der Stromunternehmen Gebiete in denen die Zahlungsmoral schlecht ist, auch schlechter zu warten und Strom wieder in Gang setzen, wenn er mal weg ist, was alles in allen in einen absoluten Chaos endet…

Mein Fazit nach zwei Wochen Santo Domingo. Hier ist echt so viel anders! Jedoch kann man sich an alles gewoehnen. Die Lebensmittelpreise sind fast wie in Deutschland, manchmal auch teurer. Fuer ein grosses Glas Nutella verlangen die hier doch tatsaechlich 10 Euro! Die Wochenende bieten einen viel Freiraum fuer Unternehmungen und Abends ist auch immer ordentlich etwas los. Die Leute hier sprechen ein sehr unverstaendliches Spanisch, was es mir sehr schwer macht Spanisch zu sprechen. Aber wie gesagt, man gewoehnt sich an alles. Also die naechsten 25 Wochen koennen kommen… Bis bald 🙂

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Ein Strassenhund

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Daecher der Armensiedlung

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Oeffentliches Auto (Carra Publico)

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Typische Strassenszene hier

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Fussweg wird zur Kletterpartie

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Fahrt auf der Ladeflaeche eines Kleintransporters

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Der Kleintransporter 😉

Zona Colonial
Zona Colonial

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Praktikanten Stephan (Griechenland) und David (Ungarn) und unten Jose (Dom. Rep.)

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Pause

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Bekannte Grabstaette

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Plaza Duarte

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Stromversorgung hier (Das ist noch harmlos)

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Abendstimmung in Santo Domingo

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Wettspiele

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Typisches Essen (Nein, wir wussten nicht was es ist…)

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Hahnkampf

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Ein Hahnverliert und stirbt

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Ein Cookfighter

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Kampfvorbereitung

 

 

 

Bahía de las Águilas – Der unberührteste Strand von der Dominikanischen Republik

Montag, Oktober 13th, 2008

Nach meinen ersten Arbeitstag sind meine zwei Mitbewohner Stephan und David und ich gleich nach Feierabend aufgebrochen um unser Mietsauto abzuholen. Da man hier in der Dom. Rep. Ein Auto erst ab 26 Jahren ausleihen kann, hat die gute Frau vom Schalter mich erstmal 4 Jahre älter gemacht (Das Auto lief unter meinen Namen, da Stephan und David ihren Führerschein vergessen hatten, jedoch die einzigen waren, die gefahren sind…) Das Auto war ein Mitsubishi Lancer mit Automatikgetriebe, was keiner von uns je zuvor gefahren hatte. Anschließend sammelten wir noch 3 Freunde auf, welche wir knapp 300 Kilometer mitnahmen, was knapp die Hälfte unseres Trips war. So schlingelenden wir uns zu sechst im Auto durch den nachlassenden Berufsverkehr von Santo Domingo in Richtung Tagesziel. Es war bereits Dunkel und das Fahren war echt keine Freude. Zuerst war eine Baustelle kaum markiert und vor uns tauchte plötzlich ein riesiger Graben auf, welche wir nur mit Glück umfahren konnten. Dann hatte jedes dritte Auto Fernlicht an, wahrscheinlich interessierte es niemanden, dass es die anderen stören könnte… Ab und zu tauchten vor uns auch gänzlich unbeleuchtet Fahrzeuge auf und sehr nervig waren auch die in der Dunkelheit schwer zuerkennenden Geschwindigkeitshügel (Gewarnt wurde der Fahrer durch lautes „Bump“ brüllen des Beifahrers…) Nachdem wir unsere drei Mitfahrer abgeliefert hatten, unseren Magen mit Fastfoof vollgepumpt hatten und Bier für den Abend in einer Bar gekauft hatten, welche die Musik auf Flugzeugturbinenlautstärke aufgedreht hatte, suchten wir nach einen Schlafplatz. Natürlich kein Hotel sondern den guten alten Strand. Schnell wurden wir am Fuße einer Hotelanlage fündig. Der Wächter verweigerte jedoch uns die Nächtigung, nachdem wir ihn mit zwei Bechern Bier bestochen hatte, erlaubte er uns auf den, zwischen Klippen gelegenen Strand, zu übernachten und obendrein ab und zu nach uns zu schauen. Am Strand fanden wir große Strandpilze aus Stroh (siehe Bilder) unter dem wir unser Moskitonetz aufbauten, das letzte Bier tranken und gegen 2 wohl endlich eingeschlafen sind. Vom Sonnenuntergang geweckt nahmen wir zuerst ein warmes Bad in der Karibik. Das Wasser war bestimmt so 26 Grad warm und extrem Salzig. Glücklicherweise gab es am Strand auch ne Dusche. Anschließend sind wir Richtung Ziel gefahren und nach einigen Umleitungen, sporadischen Dörfern, Kuhherden mitten auf der Straße  und gigantische Schmetterlingsschwärme (Unser Auto wurde zum Schmetterlingskiller) sind wir in einen kleinen Fischerdorf namens Las Cuevas angekommen. Dort stärkten wir unsern Magen mit leckerem Fisch, da wir wussten, dass es bei dem Strand kein Essen geben wird und wir daher  einen Tag ohne Essen auskommen sollten. Der Strand „Bahía de las Águilas“ kann nur mit dem Boot erreicht werden, daher heuerten wir einen Fischer an, welcher uns zum Strand fuhr. Dabei fuhren wir hauchknapp zwischen Klippen auf türkisfarbenem Wasser entlang und erreichten einen ca. 12 km langen Strandabschnitt mit weißem Sand. Dieser Strand wird vor allem durch seine Abgelegenheit besonders von einheimischen geschätzt. Angekommen am Strand begannen folglich endlos lange Tauchausflüge, bei dem wir viele Muscheln aus der Karibik holten und uns mit den ein oder anderen Kugelfisch einen Spaß erlaubten, indem wir ihn so lange gereizt hatte, bis er sich voll und ganz aufgeblassen hatte. Der Strand hatte ein kleines Strohhaus und einen Turm. Wir beschlossen nun unser Nachtlager auf dem Turm aufzubauen, vor allem noch vor dem Sonnenuntergang, damit wir noch alles sehen konnten. Auf dem Turm bewunderten wir dann einen herrlichen Sonnenuntergang, bevor es allmählich dunkler wurde. Als dann ein Gewitter mit gigantischen Blitzen und unheimlichen Grollen aufzog wurden wir sehr unruhig, da wir festgestellt hatten, dass wir auf den höchsten Punkt weit und breit unser Nachtlager aufgeschlagen hatten. Also wechselten wir zu der Strohhütte, was sich jedoch als großen Fehler aufgezeigt hatte, da das Gewitter vorbeizog und der Boden der Strohhütte und die Möglichkeit Moskitonetze zu befestigen einfach mal verdammt schlecht waren. So wechselten wir wieder zurück in den Turm und versuchten zu schlafen. Ich glaube in der Nacht hat keiner von uns mehr als 2 Stunden geschlafen, den kleine Sandfliegen konnten durch das Moskitonetz hindurch schlüpfen und pickten einen überall und immer, sodass die Nacht ein einziges auf die Haut klatschen war… Jedoch wurden wir mit einen herrlich morgendlichen Blick auf einen Menschenleeren Strand belohnt. Gegen elf holte uns dann der Fischer wieder ab und wir fuhren wieder zurück nach Santo Domingo.

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Sonnenaufgang am Playa Azul

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Playa Azul

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Ein neuer Tag beginnt

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Morgendliches Erwachen

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Unser Nachtlager war gefärlich knapp am Meer…

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Playa Paraiso

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Nichtahnend, dass es sich hier um Kaffeebohnen handelt, sind wir vorher einige male drüber gefahren…

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Die üblichen Transporte hier

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Die Kuhherde mitten auf der Straße

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Das Fischerdorf

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Knapp an den Klippen vorbei

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Ich am Strand

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Meine erste ertauchte Muschel

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Unser Nachtlager

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Strand in Abendstimmung (Mein Favorit)

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Sonnenuntergang am Karibischen Meer

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Ein Tag geht zuende

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Bizzare Wolkenformationen

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Ein überfüllter Schulbus (hier ganz normal)

 

Knapp am Kulturschock vorbei…

Donnerstag, Oktober 9th, 2008

So nach 2 Tagen in der Dominikanischen Republik kann ich schon ein kleines Fazit abgeben. Es ist anders als es ich es mir vorgestellt hatte, was aber nicht unbedingt negativ zu bewerten ist. Aber erstmal langsam von vorn. Ich hatte angenommen, dass meine Südamerikareise genau das richtige ist um mich auf mein Auslandspraktikum vorzubereiten, da ich angenommen hatte, dass die Kultur in den Lateinamerikanischen Ländern ähnlich ist. Ich denke es war auch gut um nicht den absoluten Kulturschock zu bekommen, denn hier läuft einiges anders. Ich glaube die Dominikanische Republik ist genau das Gegenteil von Deutschland, wenn man die Urlaubsgebiete jetzt mal rausnimmt. Erster Punkt, der Straßenverkehr. Ich dachte die in Argentinien fahren wie Sau, aber hier ist es echt extrem! Hier gibt es „carras publicos“, was Autos ähnlich wie Taxis sind und immer auf einer Straße von Anfang bis zum Ende der Stadt fahren. Diese Autos sind extrem verbeult und fahren auch dementsprechend. Gestern hab ich einen Ausflug zum nahegelegenen Strand (leider 30km außerhalb der Stadt, da das Meer in Stadtnähe einfach nur dreckig ist) gemacht und hab eben solch ein Auto genutzt. Da der Fahrer möglich viel Geld verdienen möchte, nimmt er natürlich die maximale Zahl an Fahrgästen mit, nämlich 6. Also 2 auf dem Beifahrersitz und 4 hinten…. Und dann hupend und mit riskanten Fahrmanövern durch die Stadt. Weiter hab ich einen Kleinbus genutzt. Die Aufgabe des „Busbegleiters“ so viel wie möglich Leute in den Bus zu bekommen. Dabei hat er ungefähr 400mal „Boca Chica“, den Namen des Zielortes und Strandes, ausgerufen. Wenn das nicht schon genug die Nerven strapaziert hätte, hat der Bus dazu aller zwei Minuten angehalten um Leute raus und rein zulassen. Hätte ich den Express-Bus gefunden, hätt ich 20 Cent mehr bezahlt und wäre fast ne Stunde eher da gewesen. Der Strand war jetzt nicht der schönste oder der sauberste aber für den Anfang hat es gereicht. Das Wasser war 28 Grad warm und bot dementsprechend nicht wirklich ne Abkühlung. Naja ich wollte mich nun einfach entspannen und auf meiner Liege liegen. Leider wurde mein Ruhe aller 5 Minuten durch Strandhändlern („Sunglases, do you want sunglases? Or beautiful Watch“, ehrlich ungelogen wie in der Werbung) und Frauen welche Massagen und auch noch mehr Verkaufen wollten, ständig gestört. Leider gehört hier auch die Prostitution an die Tagesordnung. So hatten vor mir drei alte Spanische Säcke mit dickem Bierbauch ihre „Schwarzen Perlen“ was mich einfach nur anwiderte und ich war froh, als die dann endlich gegangen waren… Ein weiteres Problem ist die Kriminalität. Fern den touristischen Zentren, indem ich nun mal jetzt sehr oft unterwegs bin, muss man sehr auf sich aufpassen. Allgemein ist es empfehlenswert nur die Passkopie und nur soviel Bargeld wie möglich einstecken zu haben. Tagsüber ist es eher unwahrscheinlich überfallen zu werden, doch Abends sollte man, wenn man ne Kamera oder Wertsachen dabei hat, stets ein Taxi benutzen. Überfälle laufen sehr unkompliziert und schmerzfrei ab. Der Räuber fordert dein Geld ohne eine Waffe zu zücken. Du gibst es den, man unterhält sich , lacht und geht getrennte Wege. Es ist daher Empfehlenswert immer so 500 Peso (10 Euro) dabei zu haben, denn damit sind die schon glücklich. Mit der Hitze muss man auch ganzschön kämpfen, dazu noch diese unerträgliche Luftfeuchtigkeit…

Es gibt aber auch viel Positives. Die Leute hier sind extrem freundlich. Ich hab schon ne Menge Freunde und meine Mitbewohner sind einfach klasse und sehr unternehmenslustig! Manches ist hier sehr günstig, zum Beispiel hab ich mir Vorgestern n Handy für 10 Euro gekauft um hier zu telefonieren zu können. Das Bier schmeckt sehr gut und ist relativ günstig. Und es ist wahnsinnig spannend die Kultur hier kennenzulernen. Ich spreche jeden Tag nur Englisch und Spanisch, was meine Sprachkenntnisse besser werden lässt! Ich hab hier ne Menge Spaß und bereue zu keinen Teil, dass ich hier her gekommen bin.

Morgen beginnt meine Arbeit, mal sehn wie es wird. Für das Wochenende planen wir einen Ausflug zu einem streng geschützten Nationalpark mit einzigartigen Stränden. Klingt also prima.

Also, auch wenn manches etwas gefährlich klingt, habt keine Angst um mich! Denn wenn man sich hier an einige Regeln hält, kann einen nix passieren und man hat ne Menge Spaß!

Bis zum nächsten Mal und Grüße ins kalte Deutschland!

Stadtansicht
Stadt vom Office aus

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Mein Zimmer

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Blick aus meinem Zimmer aufs Ghetto

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Die Küche

 Die Schlange vom Balkon (Inzwischen gefangen…)
Die Schlange vom Balkon (Inzwischen gefangen…)

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Strand Boca Chica

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Palmen am Strand

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Ich am Strand

Mit Turbulenzen zum Ziel

Dienstag, Oktober 7th, 2008

Ich habs geschafft! Ich bin angekommen! Bis dahin war es jedoch kein leichter Weg…

Gestartet bin ich gegen um 7 in Dresden. Meine Eltern haben sich einen Tag frei genommen, um mich zum Leipziger Flughafen zu fahren. Also haben wir uns die Zeit ausgerechnet wie lange wir wohl brauchen und dazu noch einen Puffer eingebaut. Dieser wurde fast schon verbraucht um aus Dresden herauszukommen, da die Waldschlösschenbrückenbaustelle uns vor einen riesen Stau setzte. Auf der Autobahn ging es dann recht fix, bis auf einmal der Stau anfing. Wir haben das Radio eingeschalten und die Stimme des Nachrichtensprechers verkündete „mehr als 10 Km Stau, nix geht mehr“. Das blöde daran: Wir sind gerade an einer Abfahrt vorbei gefahren… Okay nach 20 min Stau stieg der Blutdruck in die Höhe, da ich nur noch 1 Stunde zum Check-In haben sollte. Schließlich entschied mein Vater sich dazu den Standstreifen zu nutzen, seinen Führerschein dazu zu riskieren und die nächste Behelfsausfahrt zu nutzen. Über Landstraßen und Umwegen mit vielen Zeitraubenden LKWs vor uns schafften wir es einige Zeit später wieder auf die Autobahn und auch zum Flughafen. 5 Minuten vor Check-In Schluss traf ich am Schalter ein, mit den Nerven am Ende…

Nach Paris ging es mit einen 50 Mann Maschine (sehr süß). Angekommen wurde ich schon von einem Flughafenmitarbeiter erwartet, welcher mich wegen meiner geringen Umsteigezeit quer über den ganzen riiiieeesen Flughafen fuhr und eskortierte, bis zu meinem Abfluggate. Wow, dachte ich optimal gelaufen. Nachdem ich 20 Minuten gewartet hatte, zeigte die Anzeigetafel ein 2 Stündige Abflugsverspätung an und eine Mitarbeiterin erklärte mir, dass das Flugzeug aufgrund eines technischen Defektes ausgetauscht werden müsste… Toll

Endlich im Flugzeug sitzen brauchte das Riesenschiff noch ewig um auf die Startbahn zu kommen. Diese Zeit nutzte ich, um mich mit dem Fernsehprogramm vertraut zu machen, musste jedoch feststellen, dass das Flugzeug nur große Bildschirme, keine separaten hatte. Da ich allein auf der letzten Viererreihe in der Mitte saß, wusste ich schon, dass es ein interessanter Flug werden sollte. Mein Flugbegleiter hatte dazu noch eine sehr schwule Seite und fragte mich total oft irgendwelchen Quark.

Naja um 21:30 Ortszeit (in Deutschland 3:30) bin ich dann angekommen und wurde von vier Leuten (drei Frauen und einen Mann) abgeholt. Es regnete in Strömen und es waren 28 Grad. Das haut einen erstmal um nach dem Europawetter. Wir sind zu meinem Apartment gefahren, wobei der Chauffeur mit seiner säuischen Fahrweise durch riesengroße Pfützen lenkte und dabei die Klimaanlage volll auf Eiszeit einstellte. In meinem Apartment erwarteten mich dann noch 5 weiter Praktikanten aus England, Griechenland, Ungarn und Kolumbien. Mein Zimmer ist recht groß mit einem herrlichen Blick auf einen kleinen Slum. Vom Balkon kann man Internet klauen und schaut auf einen Parkplatz umgeben mit Palmen. Ich wohne mit drei Jungs zusammen, was man auch bei dem Blick ins Bad und in die Küche erkennen kann. Aber daran gewöhn ich mich noch. Das einzig blöde ist das Bett. Es ist zwar riesig groß, jedoch spürt man jede, wirklich jede Feder. Na muss ich mir noch was einfallen lassen.

Heute schau ich mir etwas die Stadt an. Die Leute von AIESEC haben wirklich herzlich aufgenommen um mich heute in Ihr Büro eingeladen. Am Wochenende soll es zu einen der Wunderschönsten und unberührtesten Stränden der Insel und der Welt gehen.

Mir geht es gut. Ich bin froh dass alles doch so gut gelaufen ist.

Jetzt ist bis November Hurrikane und Regensaison. Gerade scheint die Sonne und es sind 30 Grad bei 100% Luftfeuchte. Einen Gruß ins kalte Deutschland!

 Mein kaputtes Flugzeug
Mein defektes Flugzeug

 

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Mein Empfang in der Wohnung