Archive for Januar, 2009

Unterwegs zum Pico Duarte

Mittwoch, Januar 28th, 2009

Letzten Freitag fieberte ich den letzten Minuten der Arbeit entgegen. Nach der Arbeit sollte mein Trip zum höchst gelegenen Berg der Dominikanischen Republik gehen, den Pico Duarte. Im leichten Nieselregen startete ich zusammen mit einer Gruppe von Mitarbeitern der amerikanischen Botschaft Santo Domingo. Der Verkehr war extrem und der Fahrer unseres Kleinbusses rammte auch schon nach 10 Minuten das erste Auto was mir gleich ein sicheres Gefühl für die Weiterreise gab. Tagesziel war ein kleines Bergdorf in 1100 Meter Hoehe. Der inzwischen strömende Regen machte die Fahrt zu einen Erlebnis. Der Kleinbus schlängelte sich durch enge Serpentinen und auf einer von Schlaglöchern uebersäten Schotterstraße. Angekommen im Bergdorf bezogen wir eine gemühtliche Hütte und sammelten am Kaminfeuer Kraft für den nächsten Tag. Um 6 dominikanischer Zeit, also um 8 starteten wir dann endlich, nachdem wir knapp 2 Stunden auf die Maultiere gewartet hatten. Der Aufstieg gestaltete sich als „interessant“ da eine Gruppe von knapp 100 Jugendlichen ebenfalls den Aufstieg begann und dies lauthals grölend der ganzen Welt verkündete. Die erste Etappe sollte 18 Km lang sein und zum 2400 Meter hohen Lager führen. Die ersten 9 Km waren einfach nur Schlamm. Zuerst konnte man dem noch ausweichen bevor man, um den weiteren Aufstieg fortzusetzen, im Zentimeter tiefen Morast versank. Desweiteren drängten die vielen Maultiere, welche das Gepäck der Touristen mit sich trugen, uns dauernd vom Weg ab oder warfen einen Schlamm an die Kleidung. Desweiteren erschwerte der den ganzen Tag andauernde Regen den Aufstieg und sorgte nicht für die beste Motivation. Der erste Tag war daher eher bescheiden und mit purem Überlebenskampf zu vergleichen. Angekommen im Lager suchten wir schnell die heiß begehrten Plätze am Lagefeuer auf um uns zu wärmen und zu trocknen. Das vom Chinesischen Koch äußerst bescheidene Abendbrot (Reismus mit Huhn) machte eine Riesenfreude auf die aufkommende und sehr kalte Nacht. Als ich dann gegen 11 in meinem Schlafsack stieg, musste ich feststellen, dass dieser vollkommen nass war. Zusammen mit meiner feuchten Kleidung versuchte ich einzuschlafen. Was mir aber vor Kälte nicht gelang und um mir nicht noch eine Lungenentzündung zu holen beschloss ich, mein Schlafsack und all meine Kleidung am Feuer zu trocknen, welches nun kaum mehr besucht war. Gegen 1 war ich dann fertig und mir war auch richtig warm. Die Bank nahe dem Lagefeuer schien mir als Schlafplatz sehr geeignet und ich bereitete mich auf eine sehr kalte (ca. 5 Grad) und unbequeme Nacht vor. Halb 5 am nächsten Morgen brach ich zusammen mit einer am Vortag kennengelernten Tschechin, welche ich mit meinen tschechischen Phrasen (Ein Bier bitte, Du hast schöne Augen, Willst du mit mir tanzen) zu begeistern schien, auf um den Sonnenaufgang am Gipfel des Berges zu bestaunen. Dazu ging es ca. 2 Stunden durch die Dunkelheit auf 3089 Meter. Der prächtige Sternenhimmel und die Lichter von Städten am Horizont zusammen mit der Stille und einen leicht brausenden Bergwind motivierten einen, trotz 3 Stunden Schlaf, zum raschen Aufstieg. Die letzten Meter waren in Wolken gehüllt, was uns schon enttäuschte nicht den Sonnenaufgang zu sehen. Jedoch kam die größte Wolke genau als wir am Gipfel angekommen waren über den Berg und 5 Minuten später rekte auch schon die Sonne ihre ersten Strahlen nach uns. Diese ersten Minuten des nun startenden Tages waren von Wohlbefinden, glücklich sein und grenzenloser Freiheit umhüllt. Ungefähr eine Stunde hielten wir uns auf dem Gipfel auf und bestaunten das uns von der Natur gezeigte Panorama bevor wir zum Abstieg aufbrachen. Angekommen im Camp, welches wie ausgestorben schien, da alle sich inzwischen auf dem Weg zum Gipfel befanden, holte ich meinen Schlaf nach und wachte erst gegen Nachmittag auf, als die ersten Jugendlichen vom berg zurückkehrten und dies, wie sollte es anders sein, laut grölend verkündeten. Der Rest des Tages war sehr entspannt. Essen, am Lagefeuer entspannen und Karten spielen (bei dem ich mein Geschick zum ständigen siegen einsetzen konnte) standen dabei auf der Tagesordnung. Die nächste Nacht war wieder sehr kalt, jedoch schlief ich sehr gut. Diesmal im Zelt in einen trockenen Schlafsack. Am nächsten Tag brachen wir halb acht zum 18 Km langen Abstieg auf. Der Abstieg glich mehr einer Flucht vor der Gruppe von Jugendlichen um auf einer sicheren Entfernung die Ruhe des Berges zu genießen. Die letzten Kilometer hieß es dann wieder Schlammschlacht. Diesmal jedoch kamen in diesen Abstieg unzählige Maultiere mit Gepäck vom Berg. Man wusste nun nicht mehr vor was man ausweichen sollte. Den Schlammlöchern oder den Maultieren. Ein Maultier meinte es besonders gut mit mir, indem es einen riesen Batzen Schlamm in mein Gesicht und auf meinen noch sauberen Pullover schleuderte. Den Reiter amüsierte es prächtig und zu seinen Glück war er schnell Genug weg, sodass mein Schlammball ihn knapp verfehlte. Angekommen am Startpunkt und mit 46 Km Kilometern in 3 Tagen im Gepäck nahmen wir zuerst ein Bad im milden Gebirgsbach (samt Schuhe, da alles einfach nur dreckig war) bevor wir das uns redlich verdiente Bier schmecken ließen. Meine Schuhe flogen nach der Wanderung in den Müll, meine Erinnerungen an diese Wanderung und meinen schönsten Sonnenaufgang auf dem Gipfel des Pico Duarte werden mir jedoch ewig erhalten bleiben…

Der Wanderweg

Maultier mit Gepäck

Regenbogen nach Regenpause

Kurz vorm Sonnenaufgang

Sonnenaufgang

Zusammen auf dem Gipfel

Blick vom Berg

Haiti

Der Gipfel

Regenbogen als Heiligenschein über unsere Schatten

Maultier mit langem Gesicht

Lagefeuer

Sonnenaufgang übern Zeltlager

Bergstimmung

Ein glücklicher Mathi

Ein bisschen wie in der Sächischen Schweiz

Die Wandertruppe

Las Terrenas, Cajo Levantado und Los Haitises.

Donnerstag, Januar 8th, 2009

Das erste Wochenende im neuen Jahr hat mir gleich erstmal ein verlängertes Wochenende beschert. Der 6. Januar ist hier Feiertag und nicht religiöse Feiertage werden hier immer so verschoben, dass man ein verlängertes Wochenende hat. So hat ich Montag also frei und nahm die Einladung meines Taiwanesischen Freundes an, mit seinen Freunden von der Technischen Mission Taiwan in den Norden der Insel zu fahren. Punkt um 8 sind wir aus Santo Domingo gestartet. Da hat man gesehen, dass man nicht mit Dominikanern unterwegs ist, denn so hätte die Reise bestimmt erst um zehn begonnen. Nachdem der taiwanesische Fahrer uns gezeigt hatte, dass ihm ein rasantes Fahrverhalten naheliegt und er auch nicht vor überholen in! Kurven zurückgeschreckt hat, haben wir recht zügig unser Ziel erreicht. Las Terrenas an der Nordküste der Dominkanischen Republik. Auf den Weg dahin überquerten wir einen Bergpass von dem man eine herrliche Sicht auf das Meer hatte. Der Strand von Las Terrenas ist ein Traum. Wo man hinsieht Palmen. Die Wellen des Atlantiks und der gelbe Sand rundeten das Ambiente ab. Nach einer kleinen Pause in unserem Hotel ging es zum Mittagessen. Die Bestellung war etwas chaotisch. Wir handelten für unsere 18 köpfige Gruppe einen einheitlichen Preis aus und bestellten gleich noch Pferde für den nächsten Trip. Was mich anfangs etwas durcheinander gebracht hatte, da ich verstanden hatte, es gibt Pferd zum essen. Nach dem Essen ging es zu einer Farm wo die Pferde schon auf uns warteten uns zu einen im Dschungel gelegenden Wasserfällen, Cascades de Limo, zu tragen. Nun ging es durch Flüsse, schmalen schlammigen und steilen Bergpfaden Richtung Wasserfällen. Ich der noch nie auf einen Pferd geritten war, war es ein Erlebnis und auch ein Adrenalinkick. Zum Beispiel wenn das Pferd mal im Schlamm ausgerutscht ist und mich dabei fast runter geworfen hatte oder der Felswand beachtlich nahe kam. Als wir nun den Wasserfall erreicht hatten, konnten wir uns es natürlich nicht nehmen lassen, ein Bad zu nehmen. Mein stummer Pferdführer zeigte mir dann Fleischfressende Pflanzen und erklärte mir, dass es riesige Eidechsen gebe, die auch Menschen angreifen. Die Kommunikation mit Händen und Füssen war dabei sehr unterhaltsam. Abends sind wir dann in einen „Biergarten“ eingekehrt und haben die ganze Nacht zu Merrenge, Bachata und Salsa getanzt. Es war wirklich herrlich und sehr lustig. Am nächsten Morgen wurden wir von einen nie enden wollenden Regenschau geweckt, doch als wir zu unserem nächsten Tagesziel fuhren, eine Insel vor einer Meeresbucht, fand doch die Sonne den Weg durch die Wolken und schenkte uns einen Wolkenfreien Tag. Nachdem wir mit einem Fischer einen günstigen Preis ausgehandelt hatten, ging es mit einen Schnellboot zur Insel. Dabei sprangen wir über Wellen und schreckten auch nicht vor interessanten Fahrmanövern zurück. Die Insel empfing uns im herrlichsten Sonnenschein und zusammen mit dem weißen Sand,   zeigte das Meer seine Türkise Färbung, was einen an das Paradies auf Erden erinnerte. Nach langen Sonnenbad, unzähligen Tauchgängen und besten essen ging es wieder zurück. Montag brachen wir dann zu Los Haitises auf, einen streng geschützten Nationalpark, welcher vor allem für seine Inseln, Höhlen und seinen unzähligen Vogelarten bekannt ist. Wieder handelten wir mit Fischern einen sehr günstigen Preis aus und fuhren anschließend 90 Minuten übers Meer, was eine sehr wacklige Angelegenheit war. Unser Boot, war mit 7 Mann voll beladen und zeigte am Boden einige Risse auf. Unser Kapitän musste einige male zum Schopfbecher greifen um das Boot von Wasser zu entleeren. Angekommen im Park erforschten wir eine Höhle und fuhren mit dem Boot kleine, vom Urwald überwachsene Flüsse entlang und landeten auf einen unberührten Strand, um eine Pause für einen Cuba-Libre einzulegen. Anschließend fuhren wir noch einige kleine Inseln an bevor wir den Heimathafen ansteuerten. Die überwahrt war extrem Wellenreich und ich dachte echt dass wir in jeden Augenblick umkippen. Jedoch beruhigte der Cuba-Libre in mir sodass ich auch die Nachricht, dass der Diesel ausgeht, nicht aus der Fassung brachte. Das Fischerdorf wurde schleißlich erreicht und mein Gesicht war durch die ständige Sonneneinstrahlung von der Seite in eine rote und in eine braune Hälfte geteilt. Dafür war es ein sehr schöner Tag und ein noch schöneres Wochenende. Auf der Heimfahrt wurde mir bewusst, dass ich wirklich alles richtig gemacht habe. Den hier zu leben, bedeutet 5 Tage Arbeit mit einen sehr entspannten Feierabend und 2 Tage (Manchmal auch 3 Tage) reinen Urlaub, unter Palmen, mit Sonnenschein und fröhlich Leuten. Mir geht es also gut und könnte es kaum besser gehen. Langsam fang ich an dieses Land richtig zu mögen… Aber keine Angst, ich komm schon zurück. 🙂

Erfriert mir nicht im kalten Deutschland, liebe Grüße und vor allem ein gesundes, erfolgreiches und angenehmes neues Jahr.

Euer Mathias

PS: Ab 15. Januar ist mein Projekt online: www.dominicansights.com

Auf dem Weg nach Samana

Blick auf Las Terrenas

Las Terrenas

Weihnachtsbaum unter Palmen

Mit den Pferd durch den Fluss…

…und durch den Dschungel

Ich Perspektive

Blick auf das Meer

Cascades de Limon zwischen Palmen

Cascades de Limon

Samana

Cajo Levantado

Strandleben

Spaß am Strand

Entspannung am Strand

Sprung ins Wasser

Blick aud Los Haitises

Leben zum Feiertag

Höhle in Los Haitises

Fluss in Los Haitises

Unberührter Strand

Brutplatz für Vögel

Los Haitises