Archive for Juni, 2009

Real de Catorce und Chihuahua

Dienstag, Juni 30th, 2009

Die letzten beiden Wochenenden habe ich zum Reisen genutzt. Zuerst ging es ein Wochenende nach Real de Catorce, einst reiche und bekannte Stadt des Silberabbaus im Herzen Mexikos, heute nur noch von ein Bruchteil der Bevölkerung von vor 100 Jahren bewohnt. In dieser Stadt wurde der Film „Mexican“ mit Julia Roberts und Brad Pitt gedreht. Ein Arbeitskollege hat mich zu diesem Trip mit seiner Freundin eingeladen und ich habe noch eine Mexikanische Freundin mitgenommen um nicht ganz allein mit dem Paar zu sein. Real de Catorce (Königliche Vierzehn) ist ca. 4 Stunden mit dem Auto von Monterrey entfernt und man passiert auf dem Weg fast ausschließlich Wüste, was aber auch sehr schön sein kann. Um in die Stadt zu kommen, muss man zuerst einen 2.3 Km langen Tunnel durchqueren. Angekommen in der Stadt suchten wir uns ein altes Hotel am Hauptplatz (5 Euro pro Person…) und mieteten uns Pferde um zu dem nahe gelegenen „Pueplo Fantasmo“ (Geisterdorf) zu reiten. Dabei ging es steil den Berg hinauf und manchmal war einen das schon unwohl wenn das Pferd ausrutschte… Dafür wurden wir mit einen herrlichen Blick auf die Stadt belohnt und lernten viel über die Geschichte der Stadt. Nach dem Ausritt plagten uns sichtlich die Schmerzen im Hintern vom Reiten, doch der Hunger war stärker, sodass wir uns erstmal mit zahlreichen Tacos stärken mussten. Abends reichte es nur für ein paar Bier und ein Spaziergang durch die Stadt, so müde waren wir. Jedoch war es eiskalt. Die 10 Grad und der starke Wind machten die Stadt zu einen unheimlichen Ambiente. Am nahe gelegenen Friedhof beobachten wir den Sternenhimmel, der Vergleichbar mit dem Sternenhimmel auf dem Inkatrail in Peru war. Muy Impressionante 🙂 Am nächsten Tag schauten wir uns nach einen ausgiebigen Frühstück die Stadt an und ich schwor nie wieder ein Pferd zu reiten. Aber so wie man nach einen durchzechten Nacht sich schwört nie wieder Alkohol zu trinken und man es am selben Abend dennoch tut, ging auch dieser Schwur in die Hose und wie mieteten uns Pferde und einen Guide (alles für weniger als 10 Eu) und wir ritten zu einen weit entfernten Energiekreis, welcher sich auf einen 3100 Meter hohen Berg befand. Jedoch mussten wir mehr als eine Stunde reiten und unsere Pferde leisteten sich regelmäßig Wettkämpfe, denn jeder wollte der Erste sein. Dies sorgte ab und zu zu einen hohen Adrenalin Pegel. Mein Pferd hatte starke Blähungen und war ständig ganz vorn. Mir machte das nix aus, doch die anderen mussten ab und zu mit den Brechreiz ringen. Am Gipfel des Berges erzählte uns der Guide über die Geschichte des Energiekreises, über die 3 Tage lange Prozession und über Opfer welchen den Göttern überbracht werden. Diese Prozession findet auch Heute, 4 mal im Jahr statt. Auf diesen Ausflug konnte ich viel über die reiche Geschichte Mexikos lernen und trug einen heftigen Sonnenbrand davon…

Fotos von Real de Catorce

Dieses Wochenende wurde ich von einer Freundin zu einer Familienfeier in Chihuahua (wie der Hund) eingeladen. Da sich die Stadt 12 Bus-Stunden von Monterrey befinden und die Mexikaner recht faul sind, flogen wir kurzerhand mit dem Flugzeug, was nur 1 Stunde in dauerte und auch nur 20 Euro mehr kostete. Zuerst sahen wir uns die historische Altstadt an und besuchten einige Museen über die Geschichte der Revolution in Mexiko bevor es zur Familienfeier ging. Die Familie mietete sich ein Partyzelt mit Grill in einen Schwimmbad und zahlreiche andere Familien taten dies gleich. Es gab viel viel Grillfleisch, zahlreiche mexikanische Gerichte, das bessere (für mich) mexikanische Bier und Karaoke zahlreicher Mexikanischer Klassiker. Dabei konnte man einen Abkühlung in den leicht ueberfüllten Pool finden (Bilder reich ich nach). Auf die Frage ob ich nicht auch zu einen Karaokehit singen wolle, erwiderte ich nur, dass ich dazu noch einige Bier brauche. Am Abend war es jedoch soweit, nachdem wir die Party in den Innenhof einer Tante verlegt hatte und ich sang lauthals, zum Vergnügen anderer, mit den Männern aus der Familie den ein oder anderen Klassiker. Am naechsten morgen gab es „Menudo“ eine Suppe die meist Sonntags serviert wird und gut gegen den Kater ist. Die Zutaten sind mit Kuhpansen, Chilli, Limone, Tomate, Zwiebel und vieles mehr etwas Gewöhnungsbedürftig aber es hat schon Geschmeckt. So lebten wir uns in den Tag hinein, schauten das Finale von Konföderationen Pokal, besuchten den Palast und ein sehr schönes Museum in der Stadt, tranken ein zwei Bier und ein Freund zeigte uns Abends die Stadt mit seinen Auto, unter anderen einen Ausblickspunkt von einen Berg in der Stadt. Zu Schade, dass ich meine Kamera nicht mit hatte. Chihuahua ist wirklich eine schoene Stadt, jedoch viel zu Gefährlich. Nur wenige Menschen gehen Abends aus, da seit mehr als einen Jahr ein Bandenkrieg in der Stadt herrscht. Jeden Tag werden in der Stadt, so groß wie Dresden, 5 Menschen erschossen, regelrecht hingerichtet, massakriert oder vergewaltigt. Eine traurige Geschichte. So prägen die Bilder von leeren Strassen in der Nacht und Polizeistreifen mit Maschienengewaehren die Stadt. Außerdem wird die Hupe kaum betätigt, da der ein oder andere Gangster dies in der Vergangenheit mit tödlichen Schüssen beantwortet hat. Glücklicherweise ist Monterrey sehr sicher und genauso sicher bin ich Montag morgen in der Stadt gelandet um gleich vom Flughafen auf Arbeit zu gehen… Weitere Geschichten folgen. Jetzt bin ich ja schon 2 Monate in Mexiko…

Neue Bilder von Matacanes

Montag, Juni 15th, 2009

Hier gibts neue Bilder von Matacanes:

http://picasaweb.google.com/captainmathi86/MatacanesMexico

Matacanes

Matacanes

Freitag, Juni 5th, 2009

Letzten Samstag klingelte bei mir schon mächtig früh der Wecker… Um 4:55 Uhr beorderte mich der Weckton meines Handys mich unter die Dusche zu stellen um aufzuwachen. 5:20 Uhr traf ich mich dann mit meinen Arbeitskollegen um erstmal ne halbe Stunde auf zwei andere Arbeitskollegen zu warten die verschlafen hatten. Aber warten ist ja in Mexiko nichts neues. Letztens als ich eine Stunde auf meine Mitfahrgelegenheit auf Arbeit gewartet hab ist mir mein Diplomarbeitsthema eingefallen…
Schließlichstartete ich zusammen mit 4 meiner Arbeitskollegen Yair, Eduardo, Yahir und Eduardo um einen Abenteuerausflug in den Bergen nähe Monterrey zu unternehmen. Bei der Ankunft auf dem Parkplatz eines Hotels wurden wir erstmal auf die Ladefläche eines LKWs verladen. Glücklicherweise war dieser überdacht, da es in strömen regnete… Dieser fuhr nach 20minuten aspahltierter Straße auf einem holprigen Geländeweg weiter.  Ich hatte dann aus Zufall erfahren, dass es eine 3 Stündige fahrt werden sollte, was manchmal echt verdammt unbequem war, da wir im LKW auf engsten Raum zusammen saßen. Auch die Straße wurde immer enger. Am ende war sie gerade so breit, dass der LKW drauf passte, jedoch gleich nebenan eine schwindelerregende Böschung uns etwas Angst bereitete… Schließlich rammte der LKW die Felswand auf der anderen Seite und riss damit direkt hinter mir einen Stahlträger aus der Karosserie des LKWs. Puhh das war knapp, aber es king weiter bis wir nach 3 Stündiger Abenteuerfahrt das Zwischencamp erreichten. Dort wurden wir mit Ausrüstung ausgestatten und mussten ein Schreiben signieren, dass das Tourunternehmen in Falle eines tödlichen Unfalls nicht verantwortlich ist. Machte schon mal einen sehr sicheren Eindruck aber hey. Dann hab ich erfahren, dass Schuhe nicht zur Ausrüstung gehören sollte und ich meine Schuhe für die Wanderung durch Fluss und Berge nehmen sollte. Glücklicherweise hatte ich auch meine besten Schuhe an… Doch ein Guide hatte Ersatzschuhe mit welcher mit viel Glück auch meine Größe hatten. Also konnte es losgehen. Matacanes – Eine Erlebnistour einen wilden Gebrigsbach hinab. Der LKW fuhr uns zum Einstiegspunkt und wir mussten zunächst 1 Stunde Wandern um den Fluss zu erreichen. Dort gab es die letzten Hinweise bevor es nach den ersten 3 Meter Sprung ins kalte Wasser es kein Zurück mehr gab. Das zweite Hindernis war eine 40 Meter hohe Felswand an der wir uns eigenständig abseilen mussten. Für Menschen die Angst vor Höhe haben ist das definitiv nix dachte ich mir als ich mich fast horizontal die  vertikale Wand herunterlief.

40 Meter Felsvorspung

Danach führten uns zahlreiche Sprünge von Felsen in Wasserbecken des Flusses uns zu einer mächtigen Höhle, zu der wir uns auch abseilen mussten. Von da aus ging es den unterirdischen Fluss in totaler Dunkelheit weiter bis das Tageslicht am anderen Ende der Höhle diese in ein wunderschönes Licht brachte und alle Tourteilnehmer in staunen versetzte. Weiter ging es entlang den Fluss, durch den Fluss, auf natürlichen Rutschen, durch schmale Wasserkanäle entlang, begleitet von zahlreichen Sprüngen. Ein Sprung war von einer Brieten Felswand von der wir alle zusammen runter gesprungen sind. Schließlich kamen die wirklich hohen Sprünge. Zuerst 10 Meter, kurz darauf ein Sprung 12 Meter tief ins Wasser. Das brauchte schon etwas Überwindung… Nach einer weiteren Höhle, welche noch viel beeindruckender war ging die Flusswanderung dem Ende zu. Trotz allem Spaß sehnte man sich nach dem Ende, da sich schon die Haut auflöste vom vielen Wasser und man durch das kalte Wasser immer mehr zu frieren begann. Schließlich besiegelte der letzte Sprung ins kalte Wasser das Ende der Flusswanderung. In acht Stunden im kalten Wasser, ca. 50 Sprüngen, 2 Abseilungen und 2 unterirdischen Flüssen hatten wir das Ziel erreicht. Nun mussten wir nur noch 1 Stunde laufen um zum finalen Punkt zu kommen. Von dort aus sollte uns der LKW abholen aber dieser verspätete sich (wie immer) so dass wir nach 90 Minuten uns auf die Ladefläche eines Pick-up zwängten um zum heiß ersehnten Abendbrot zu kommen. Um 22 Uhr war ich dann zu hause und tot müde. Jedoch war bei uns auf der Dachterrasse eine Party im Gange, so dass ich mich gezwungen sah an dieser noch bis 5 Uhr in den Morgen Anteil zu haben. Nach 24 Stunden ohne Schlaf, mit einer Abenteuertour in den Beinen und einigen Bierchen im Magen viel ich dann erschöpft ins Bett in dem ich eine Sekunde später tief einschlief…  

Sprung ins Wasser

Neue Bilder von Mexico

Montag, Juni 1st, 2009

Hey! Hier gibt es die versprochenen Bilder:

Monterrey bei Sonnenuntergang