Archive for the ‘Dominikanische Republik’ Category

Abschied von Santo Domingo

Samstag, Oktober 10th, 2009

Wenn ich ein was nicht leiden kann in meinem Leben, dann ist es Abschied. Doch zuerst hieß es erst einmal Willkommen zurück in der Dominikanischen Republik! Mein Kumpel Arturo holte mich vom Flughafen ab und lud mich zu einem eisgekühlten Presidente Bier ein. Schon fühlte ich mich wohl! Nur knappe 5 Tage sollte ich in den Land sein, was ich 6 Monate mein Zuhause nannte. In diesen Tagen begegnete ich fast alle wieder, die ich in diesen Monaten lieben gelernt hatte. 3 meiner besten Freunde waren noch in Santo Domingo. Sylvia aus England, Erin aus Kanada und Hermot aus Tawain. Mit eben diesen ging ich fast jeden Abend aus. Wir gingen Tanzen, sahen kubanischen Straßenkünstlern beim musizieren zu und aßen den unbeschreiblichen Hamburger von der Straße. Auf meiner alten Arbeit traf ich meinen Chef, meinen 2. Chef und viele der lieben und freundlichen Arbeitskollegen wieder. Der Saftpresser, welcher mir jeden morgen einen frisch gepressten Orangensaft gab erkannt mich ebenso wie der Empanadaverkäufer wieder und beide freuten sich riesig mich zu sehen. Die ältere Dame Angie, bei der ich 3 Monate untervermietet war erzählte mir alles was seit meinem Verlassen des Landes passiert ist und zusammen sprachen wir fast 2 Stunden über Gott und die Welt. Mein Lokal, wo ich gern mein Bier kaufte war auch noch so wie früher. Und die Wirtin und ihr Mann freuten sich riesig, dass ich wieder da war. Wir machten ein Foto und ich gab es Ihnen später als Erinnerung. Manito (spanisch für Brüderchen) saß wie immer Abends an der Ecke und zusammen erzählten und lachten wir über die alten Zeiten. KJ, ein kleiner Straßengangster, welcher im Viertel das Sagen hat und immer dafür gesorgt hatte, dass mich keiner im Viertel überfällt oder mir was antat, arbeite nun in einer Käse und Fleischboutique und sah mich auf der Straße entlang gehen. Er lud mich auf ein Stück Käse ein und berichtete mir, wie sehr ihn doch sein toller deutscher Freund gefehlt hatte. Eine Barfrau in einer Bar in der Stadt erkannte mich auch sofort wieder und dachte schon, ich wäre nie Fort gewesen. Der Hamburgerverkäufer erkundete sich nach einen alten gemeinsamen Freund aus England und die Autos fuhren nach wie vor verrückt und begleiteten dies mit kontinuierlichen Hupkonzert. Auch einige Ausflüge zum Strand durften nicht fehlen und auf einmal war schon Montag. Montage kann ich ja schon immer nicht leiden, aber wenn Montag ein Tag des Abschieds ist, ist es um so schlimmer. Vieler meiner Freunde werd ich wohl lange, vielleicht auch überhaupt nicht mehr sehen. Zurückkommen möcht ich schon gerne, aber nichts wird es einmal so sein, wie es in diesen Winter in der Dominikanischen Republik war, der eigentlich für mich ein Sommer war. Am Flughafen wurde ich von Arturo und Sylvia mit den Worten „Adios Amigo“ verabschiedet. So stand ich da. Mit all meinem Gepäck, in dem 12 Monate Leben steckten. 12 Monate meines Lebens, die ich nie vergessen werde, die mich als Mensch verändert haben und mir die Augen ein Stück weiter geöffnet haben und die jetzt etwas feucht von Abschiedstränen waren. Dieses Jahr ging so schnell um, wie der Flug der noch vor mir stand. Als ich abgehoben war, wusste ich nicht ganz wie ich meine Gefühle einordnen konnte. So war ich doch sehr traurig, dass diese Zeit, wahrscheinlich die Zeit meines Lebens, schon vorbei war. Jedoch war ich doch sehr glücklich, bald meine Familie und meine Freunde in die Arme zu schließen, welche immer bei mir waren und mir diese schöne Zeit durch Emails, Anrufe und Chatgespräche noch schöner machten….

Im regnerischen Paris angekommen, wusste ich schon, dass ich solch ein Wetter wie im letzten Jahr für eine lange Zeit nicht mehr haben sollte. Doch dies verdrängte ich schnell als meine Eltern mich von Leipzig abholten und mich gleich erst einmal zum lecker Döner einluden. Als meine engsten Freunde dann Abends noch eine Überraschungs-Willkommensparty organisierten und mich mit hunderten Ballons empfingen, wusste ich wo mein wahres Zuhause ist…

Somit heißt es auch Abschied aus meinen Blog. Dank an alle meine Leser und an die Kommentare. Wer weiß, wann die nächste Reise ansteht. Dann werde ich euch natürlich auf den laufenden halten!

Euer Mathias

Meine Reise

Goodbye

Die letzten 11 Tage hier…

Freitag, März 20th, 2009

Heute auf dem Weg zur Arbeit wurde mir mal wieder bewußt wie sehr ich mich schon an das Leben hier gewöhnt habe und wie sehr mit doch so manche Kleinigkeiten eine Freunde machen. Zeichen, dass man sich schon gut eingelebt hat. So war es vor 2 Wochen der Colmado (kleine Tante-Emma-Läden, die man jederzeit anrufen kann und wirklich alles umsonst liefern) der schon wusste, wo er das Bier und die Telefonkarte hinliefern sollte und heute war es halt der Verkäufer am Saftstand, welcher mich schon von weiten gesehen hatte und mir schon meinen täglichen frisch gepressten Orangensaft vorbereitet hat. Da Lacht das Herz! Nun sind es nur noch 11 Tage hier bevor es weiter nach Kuba geht. Zum einen bin ich traurig, da ich hier schon viele Freunde gefunden habe und ich das Land wirklich sehr mag, zum anderen ist es auch mal wieder Zeit etwas neues Zusehen. Und wenn ich bei meiner Nachfolgepraktikumssuche nicht erfolgreich bin, dann bleib ich sowieso noch etwas hier 😉

Aber erstmal zu den letzten 3 Wochen. Der März war der Monat der Besuche. Zuerst war da Elli aus Halle, welche ich aus meiner Studentenorganisation AIESEC kenne, welche einen günstigen Flug dazu genommen hat um das Leben in der Dominikanischen kennenzulernen. Zusammen mit Magda aus Tschechien, welche ich beim wandern hier kennenglernt habe und Juan, ein wirklich lustiger Dominikaner sind wir zum Playa Limon gefahren, einer der 2 schönsten Orte dieser Insel. Ein 3 Kilometer langer Sandstrand im Nordosten mit millionen von Palme, NULL Touristen, feinen gelben Sand und riesigen Wellen, in denen man den ganzen Tag nur reinspringen kann! Eine Woche später sind wir nach Cabarete aufgebrochen um Abends bis um 4 tanzen zu gehen un dann am nächsten Morgen um 7 aufzustehen um mit den Surfbrett einige Wellen mitzunehmen, was ein riesiger Spaß war. Der Strand zum surfen liegt 5 Kilometer von Cabarete entfernt und auf dem Weg zurück wird man fast immer mitgenommen. Zuerst war es ein amerikanischer Augenarzt, welcher mir bestätigte, dass ich noch keine Brille brauche und am nächsten Tag wurden wir zu 9 auf der Ladefläche eines Mini-Transporters mitgenommen. Das gibts nur hier 😉 Die Woche drauf kamen dann Fabi und Stefan aus Dresden für eine knappe Woche zu Besuch, da sie gerade die Karibischen Inseln abklappern und von Kuba auch schon einiges gesehen hatten. So mieteten wir ein Auto um zu den anderen der 2 schönsten Orte der Insel zu fahren – Bahia de las Aguilas. Wir starteten Freitag den 13. und der Tag fing echt bescheiden an. Als wir alles in das Auto geladen hatten, schlug ich den Kofferraum zu und suchte nachher den Autoschlüssel, welcher sich im Kofferraum befand. Das Auto war zu. Elli, Fabi und Stefan hatten ihren Spaß während ich das Fahrrad des Parkplatzwächters auslieh um zur Fahrzeugverleihstation zu fahren um nach den Ersatzschlüssel zu fragen. Die 3 Kilometer mit den Fahrrad mit schlechten Bremsen bestand aus waghalsigen Manövern und Bremsen in Kobination mit den Fahrradbremsen und Schuhe auf die Straße stemmen. Angekommen am Ziel wurd mir gesagt, dass der Mann mit den Schlüssel zu den Raum mit den Ersatzschlüsseln gerade Mittagessen ist und erst in 20 Minuten wiederkommt.  Als er dann endlich eingedruddelt ist. In einen riesen Sack von Ersatzschlüssel wurde auch nach weiteren 20 Minuten der passende Schlüssel  immer noch nicht gefunden. Mir wurde der echt genial-dominikanischer Vorschlag unterbreitet, das Auto abzuschleppen, zur Verleihstation zu bringen um dort das Auto umzutauschen. Jaaaa klaaar. Mit all unser Gepäck im anderen Auto fahren wir mit einen neuen Auto umher. Sehr logisch. Ich bin daher zurück zum Parkplatzwächter gefahren und habe ihn gefragt, ob er den jemand kenne, der das Auto öffnen kann. Dieser bejahte es und war 10 Minuten später mit einen Mann mit einen ominösen Kasten zurück. Nach weiteren 10! Sekunden war das Auto offen und wir konnten unsere Reise fortsetzen. Auf den Weg nach Bahia de las Aguilas kamen wir an einen seltsamen Ort vorbei namens „Polo Magnetico“ (Magnetischer Pol), von uns auch spaßig  „Pollo Magnetico“  (Magnetisches Huhn) genannt. Dort geht die Straße bergauf, löst man jedoch die Handbremse bei ausgeschalteten Motor rollt das Auto nicht nach allen Gesetzen der Schwerkraft bergab sondern bergauf! Sehr wunderlich, wir waren beieindruckt wenn auch etwas beängstig.

 

Ein unerklärlichen Phänomän reicher setzten wir die Reise fort.  Bahia de las Aguilas ist ein 10KM langer jungfräulicher Strand in einen abgelegenden Teil der Insel, welcher kaum von Touristen aufgesucht wird und zusammen mit seinem turkis-blauen, glasklaren Wasser für ein Traumhaftes Ambiente sorgt. Dort schlugen wir unser Zelt auf und hatten eine schöne Zeit. Abgesehen von den Dornenbälle, welche an zahlreich an den Dünnen lagen und uns auf übelste penidrierten. Monatg fuhren wir dann nochmal zum Playa Limon um in 3 Tagen die zwei schönsten Stellen der Insel zu sehen. Abends flog dann auch schon Elli nachhause. Dienstag feierte ich dann mit vielen Freunden und viel Rum in mein Geburtstag rein um dann am nächsten Tag meine zwei Dresdner Freunde (Anmerkung: War schön mal wieder sächsisch zu sprechen…) am ihre Weitereise aufzubrechen. Nun sind es nur noch 11 Tage. 11 Tage Dominikanische Republik, welche 6 Monate mir eine zweite Heimat war und mich sehr an Erfahrung wachsen lassen hat…

Sonnenuntergang Las Salinas Bani

Gruppenbild bei Caja Rojo

Werbebild TUI

Zelt aufschlagen am Strand Bahia de las Aguilas

Bootsfahrt

Meeresidyll

Pause nach dem Pica Pollo

Das verdiente Bier 🙂

Sprung in den Strand von Playa Limon

Spaß am Flughafen

 

Besuch von Daheim

Montag, Februar 16th, 2009

Vor zwei Wochen bekam ich das erste mal Besuch von Daheim. Meine ehrenwerten Eltern nahmen als erstes die Reise in die Dominikanische Republik auf, welche sie, wie sie mir erzählten, wahrscheinlich nie ohne mich angetretten hätten. Beide waren im Sosua untergebracht, ein touristisches Ziel im Norden am anderen Ende der Insel. Ich nahm dies als Anlass eine Woche frei zu nehmen um meinen Eltern das Land und die Leute zu zeigen. Dazu mieteten wir vier Tage ein Auto, welches schon mit zahlreichen Dellen ausgestattet war. Die Straßen hier haben mehr Löcher als ein schweitzer Käse, daher wurde das Auto fahren zu einer echten Herausforderung. Nach Meinung meines Vaters muss ich einige Schlaglöcher regelrecht angeschaut haben um dan mit voller Wucht durch zu fahren. Aber wenn man die Frauen am Straßenrand begutachten muss, sind die Schlaglöcher erstmal sekundär. Ich hatte meinen Spaß. Ich habe so viel gehupt, wie in meinen ganzen Leben noch nicht und bei den Verkehrsregeln die ich missachtet hab, hätt ich bei meinem Flensburgkonto schon die magische 100 ereicht. Aber so ist hier der Fahrstil im ganzen Land und es passiert so gut wie gar nix. Den Tipp meiner Eltern, ich solle mir den Fahrstil in Deutschland schnell abgewöhnen, werde ich jedoch sehr ernst nehmen. So fuhren wir zuerst die Nordküste richtung Osten um Waale zu beobachten. Dabei fuhren wir durch von Palmen stark bewaldete Vegetation. In Las Terrenas schlugen wir dann das erste Nachtlager auf. Meine Mutter nahm ich Abends auf ein Konzert mit um ihr ein bisschen Salsa und Bachata beizubringen. Ihr gelang es ganz gut, wenn man auch den Fast-Sturz beim Gang auf die Tanzfläche wohl auf den recht guten Cuba Libre schieben sollte. Am nächsten Tag ging es dann zu Waale beobachten. Zuerst musste man erstmal beim Fischer einen Preis aushandeln. Mit Hilfer zahlreicher Tipps meines Vater, hartnäckigkeit und Spanisch gelang es uns den Preis von 65 $ auf 30 $ pro Person zu drücken. Dann ging es in der welligen Meeresbucht zu den Waalen mit einen kleinen 10 Mann Boot. Die versprochenen Waale bekamen wir auch zu Gesicht, obwohl ich nicht weiß, wer sich mehr darüber gefreut hat. Wir oder die Fischer. Auf den Weg wurde ich stets zum  Übersetzen aufgefordert und sprach Spanisch, Englisch und Deutsch zu gleichen Zeit, was echt verdammt schwer ist. Abends ging es wieder zurück nach Sosua um von da aus in den Nordwesten der Insel zu fahren, nach Monte Christi. Die Vegetation zeigte ein deutlich trockeneres Klima auf jedoch offenbarte die Insel auch hier ihre Schönheit. Die Umgebung wahr auch um einiges mehr ländlich. Meinen Vater fielen die vielen Menschen auf, die einfach nix zu tun hatten und nur am Straßenrand saßen. Aber das ist hier auf den Land normal. Es gibt nicht viel Arbeit. Nachdem wir die aufwendig restaurierten Ruinen der ersten Stadt in der neuen Welt (das war ironisch) angescshaut hatten, mussten wir aufgrund einer nicht vorhanden Brücke einen 100 Km langen Umweg in Kauf nehmen um auf einer Straße in sehr schlechten Zustand einen Strand mit dem wärmsten Wasser der Insel anzufahren. Abends erreichten wir dann unser Hotel in Monte Christi, welches sich direkt am Meer befand. Am Folgetag wollten wir einen Berg am Meer besteigen von dem man eine herrliche Sicht auf das Umland haben sollte, jedoch machten die von der Witterung zerstörten Stufen und das Schild „Solo Dios puede pasar“ (Nur Gott kann pasieren) den Aufstieg unmöglich, sodaß wir auf den Nebenberg ausweichen mussten. Die Vegetation und das Wetter erinnerten hier an einige Ecken Irlands. Rückzu ging es dann an der Haitischen Grenze zurück nach Sosua. In der Granzstadt hatten wir uns kurz verfahren und sind in eine mir sehr unsicher erscheinende Ecke der Stadt gelangt. Dies erzählte ich meinen eltern jedoch erst später…
Am Wochenende nahm ich dann die beiden mit nach Santo Domingo und zeigte ihn meine Wohnung, Arbeit und die Altstadt, bevor ich sie am Montag wieder in den Bus nach Susua gesetzt hatte, da die Woche so schnell rumgegangen ist, wie meine Zeit hier und ich wieder zur Arbeit musste. Wir hatten aber schöne Tage zusammen. Jetzt habe ich nur noch 6 Wochen hier….

Blick vom Hotel in Sosua

Wir am Playa Enriquilo

Spaß am Kitesurfübungsgerät

Kräfte messen…

Minigolf in Cabarete

Große Wellen am Playa Grande

Sonnenbad

Paradiesstimmung am Playa Grande

Nordküste um Nagaua auf dem Weg nach Las Terrenas

Auf dem Weg zum Wale beobachten, Samana

3 Wale gesichtet

Schwanzflosse eines Wales

Meine Eltern auf Cayo Levantado, Samana

Wir bei den Ruinen der ersten Stadt in der neuen Welt “La Isabela”

Überraschendes Ende einer Straße in Monte Christi

Angespültes Boot nach Sturm in Sosua

 

Unterwegs zum Pico Duarte

Mittwoch, Januar 28th, 2009

Letzten Freitag fieberte ich den letzten Minuten der Arbeit entgegen. Nach der Arbeit sollte mein Trip zum höchst gelegenen Berg der Dominikanischen Republik gehen, den Pico Duarte. Im leichten Nieselregen startete ich zusammen mit einer Gruppe von Mitarbeitern der amerikanischen Botschaft Santo Domingo. Der Verkehr war extrem und der Fahrer unseres Kleinbusses rammte auch schon nach 10 Minuten das erste Auto was mir gleich ein sicheres Gefühl für die Weiterreise gab. Tagesziel war ein kleines Bergdorf in 1100 Meter Hoehe. Der inzwischen strömende Regen machte die Fahrt zu einen Erlebnis. Der Kleinbus schlängelte sich durch enge Serpentinen und auf einer von Schlaglöchern uebersäten Schotterstraße. Angekommen im Bergdorf bezogen wir eine gemühtliche Hütte und sammelten am Kaminfeuer Kraft für den nächsten Tag. Um 6 dominikanischer Zeit, also um 8 starteten wir dann endlich, nachdem wir knapp 2 Stunden auf die Maultiere gewartet hatten. Der Aufstieg gestaltete sich als „interessant“ da eine Gruppe von knapp 100 Jugendlichen ebenfalls den Aufstieg begann und dies lauthals grölend der ganzen Welt verkündete. Die erste Etappe sollte 18 Km lang sein und zum 2400 Meter hohen Lager führen. Die ersten 9 Km waren einfach nur Schlamm. Zuerst konnte man dem noch ausweichen bevor man, um den weiteren Aufstieg fortzusetzen, im Zentimeter tiefen Morast versank. Desweiteren drängten die vielen Maultiere, welche das Gepäck der Touristen mit sich trugen, uns dauernd vom Weg ab oder warfen einen Schlamm an die Kleidung. Desweiteren erschwerte der den ganzen Tag andauernde Regen den Aufstieg und sorgte nicht für die beste Motivation. Der erste Tag war daher eher bescheiden und mit purem Überlebenskampf zu vergleichen. Angekommen im Lager suchten wir schnell die heiß begehrten Plätze am Lagefeuer auf um uns zu wärmen und zu trocknen. Das vom Chinesischen Koch äußerst bescheidene Abendbrot (Reismus mit Huhn) machte eine Riesenfreude auf die aufkommende und sehr kalte Nacht. Als ich dann gegen 11 in meinem Schlafsack stieg, musste ich feststellen, dass dieser vollkommen nass war. Zusammen mit meiner feuchten Kleidung versuchte ich einzuschlafen. Was mir aber vor Kälte nicht gelang und um mir nicht noch eine Lungenentzündung zu holen beschloss ich, mein Schlafsack und all meine Kleidung am Feuer zu trocknen, welches nun kaum mehr besucht war. Gegen 1 war ich dann fertig und mir war auch richtig warm. Die Bank nahe dem Lagefeuer schien mir als Schlafplatz sehr geeignet und ich bereitete mich auf eine sehr kalte (ca. 5 Grad) und unbequeme Nacht vor. Halb 5 am nächsten Morgen brach ich zusammen mit einer am Vortag kennengelernten Tschechin, welche ich mit meinen tschechischen Phrasen (Ein Bier bitte, Du hast schöne Augen, Willst du mit mir tanzen) zu begeistern schien, auf um den Sonnenaufgang am Gipfel des Berges zu bestaunen. Dazu ging es ca. 2 Stunden durch die Dunkelheit auf 3089 Meter. Der prächtige Sternenhimmel und die Lichter von Städten am Horizont zusammen mit der Stille und einen leicht brausenden Bergwind motivierten einen, trotz 3 Stunden Schlaf, zum raschen Aufstieg. Die letzten Meter waren in Wolken gehüllt, was uns schon enttäuschte nicht den Sonnenaufgang zu sehen. Jedoch kam die größte Wolke genau als wir am Gipfel angekommen waren über den Berg und 5 Minuten später rekte auch schon die Sonne ihre ersten Strahlen nach uns. Diese ersten Minuten des nun startenden Tages waren von Wohlbefinden, glücklich sein und grenzenloser Freiheit umhüllt. Ungefähr eine Stunde hielten wir uns auf dem Gipfel auf und bestaunten das uns von der Natur gezeigte Panorama bevor wir zum Abstieg aufbrachen. Angekommen im Camp, welches wie ausgestorben schien, da alle sich inzwischen auf dem Weg zum Gipfel befanden, holte ich meinen Schlaf nach und wachte erst gegen Nachmittag auf, als die ersten Jugendlichen vom berg zurückkehrten und dies, wie sollte es anders sein, laut grölend verkündeten. Der Rest des Tages war sehr entspannt. Essen, am Lagefeuer entspannen und Karten spielen (bei dem ich mein Geschick zum ständigen siegen einsetzen konnte) standen dabei auf der Tagesordnung. Die nächste Nacht war wieder sehr kalt, jedoch schlief ich sehr gut. Diesmal im Zelt in einen trockenen Schlafsack. Am nächsten Tag brachen wir halb acht zum 18 Km langen Abstieg auf. Der Abstieg glich mehr einer Flucht vor der Gruppe von Jugendlichen um auf einer sicheren Entfernung die Ruhe des Berges zu genießen. Die letzten Kilometer hieß es dann wieder Schlammschlacht. Diesmal jedoch kamen in diesen Abstieg unzählige Maultiere mit Gepäck vom Berg. Man wusste nun nicht mehr vor was man ausweichen sollte. Den Schlammlöchern oder den Maultieren. Ein Maultier meinte es besonders gut mit mir, indem es einen riesen Batzen Schlamm in mein Gesicht und auf meinen noch sauberen Pullover schleuderte. Den Reiter amüsierte es prächtig und zu seinen Glück war er schnell Genug weg, sodass mein Schlammball ihn knapp verfehlte. Angekommen am Startpunkt und mit 46 Km Kilometern in 3 Tagen im Gepäck nahmen wir zuerst ein Bad im milden Gebirgsbach (samt Schuhe, da alles einfach nur dreckig war) bevor wir das uns redlich verdiente Bier schmecken ließen. Meine Schuhe flogen nach der Wanderung in den Müll, meine Erinnerungen an diese Wanderung und meinen schönsten Sonnenaufgang auf dem Gipfel des Pico Duarte werden mir jedoch ewig erhalten bleiben…

Der Wanderweg

Maultier mit Gepäck

Regenbogen nach Regenpause

Kurz vorm Sonnenaufgang

Sonnenaufgang

Zusammen auf dem Gipfel

Blick vom Berg

Haiti

Der Gipfel

Regenbogen als Heiligenschein über unsere Schatten

Maultier mit langem Gesicht

Lagefeuer

Sonnenaufgang übern Zeltlager

Bergstimmung

Ein glücklicher Mathi

Ein bisschen wie in der Sächischen Schweiz

Die Wandertruppe

Las Terrenas, Cajo Levantado und Los Haitises.

Donnerstag, Januar 8th, 2009

Das erste Wochenende im neuen Jahr hat mir gleich erstmal ein verlängertes Wochenende beschert. Der 6. Januar ist hier Feiertag und nicht religiöse Feiertage werden hier immer so verschoben, dass man ein verlängertes Wochenende hat. So hat ich Montag also frei und nahm die Einladung meines Taiwanesischen Freundes an, mit seinen Freunden von der Technischen Mission Taiwan in den Norden der Insel zu fahren. Punkt um 8 sind wir aus Santo Domingo gestartet. Da hat man gesehen, dass man nicht mit Dominikanern unterwegs ist, denn so hätte die Reise bestimmt erst um zehn begonnen. Nachdem der taiwanesische Fahrer uns gezeigt hatte, dass ihm ein rasantes Fahrverhalten naheliegt und er auch nicht vor überholen in! Kurven zurückgeschreckt hat, haben wir recht zügig unser Ziel erreicht. Las Terrenas an der Nordküste der Dominkanischen Republik. Auf den Weg dahin überquerten wir einen Bergpass von dem man eine herrliche Sicht auf das Meer hatte. Der Strand von Las Terrenas ist ein Traum. Wo man hinsieht Palmen. Die Wellen des Atlantiks und der gelbe Sand rundeten das Ambiente ab. Nach einer kleinen Pause in unserem Hotel ging es zum Mittagessen. Die Bestellung war etwas chaotisch. Wir handelten für unsere 18 köpfige Gruppe einen einheitlichen Preis aus und bestellten gleich noch Pferde für den nächsten Trip. Was mich anfangs etwas durcheinander gebracht hatte, da ich verstanden hatte, es gibt Pferd zum essen. Nach dem Essen ging es zu einer Farm wo die Pferde schon auf uns warteten uns zu einen im Dschungel gelegenden Wasserfällen, Cascades de Limo, zu tragen. Nun ging es durch Flüsse, schmalen schlammigen und steilen Bergpfaden Richtung Wasserfällen. Ich der noch nie auf einen Pferd geritten war, war es ein Erlebnis und auch ein Adrenalinkick. Zum Beispiel wenn das Pferd mal im Schlamm ausgerutscht ist und mich dabei fast runter geworfen hatte oder der Felswand beachtlich nahe kam. Als wir nun den Wasserfall erreicht hatten, konnten wir uns es natürlich nicht nehmen lassen, ein Bad zu nehmen. Mein stummer Pferdführer zeigte mir dann Fleischfressende Pflanzen und erklärte mir, dass es riesige Eidechsen gebe, die auch Menschen angreifen. Die Kommunikation mit Händen und Füssen war dabei sehr unterhaltsam. Abends sind wir dann in einen „Biergarten“ eingekehrt und haben die ganze Nacht zu Merrenge, Bachata und Salsa getanzt. Es war wirklich herrlich und sehr lustig. Am nächsten Morgen wurden wir von einen nie enden wollenden Regenschau geweckt, doch als wir zu unserem nächsten Tagesziel fuhren, eine Insel vor einer Meeresbucht, fand doch die Sonne den Weg durch die Wolken und schenkte uns einen Wolkenfreien Tag. Nachdem wir mit einem Fischer einen günstigen Preis ausgehandelt hatten, ging es mit einen Schnellboot zur Insel. Dabei sprangen wir über Wellen und schreckten auch nicht vor interessanten Fahrmanövern zurück. Die Insel empfing uns im herrlichsten Sonnenschein und zusammen mit dem weißen Sand,   zeigte das Meer seine Türkise Färbung, was einen an das Paradies auf Erden erinnerte. Nach langen Sonnenbad, unzähligen Tauchgängen und besten essen ging es wieder zurück. Montag brachen wir dann zu Los Haitises auf, einen streng geschützten Nationalpark, welcher vor allem für seine Inseln, Höhlen und seinen unzähligen Vogelarten bekannt ist. Wieder handelten wir mit Fischern einen sehr günstigen Preis aus und fuhren anschließend 90 Minuten übers Meer, was eine sehr wacklige Angelegenheit war. Unser Boot, war mit 7 Mann voll beladen und zeigte am Boden einige Risse auf. Unser Kapitän musste einige male zum Schopfbecher greifen um das Boot von Wasser zu entleeren. Angekommen im Park erforschten wir eine Höhle und fuhren mit dem Boot kleine, vom Urwald überwachsene Flüsse entlang und landeten auf einen unberührten Strand, um eine Pause für einen Cuba-Libre einzulegen. Anschließend fuhren wir noch einige kleine Inseln an bevor wir den Heimathafen ansteuerten. Die überwahrt war extrem Wellenreich und ich dachte echt dass wir in jeden Augenblick umkippen. Jedoch beruhigte der Cuba-Libre in mir sodass ich auch die Nachricht, dass der Diesel ausgeht, nicht aus der Fassung brachte. Das Fischerdorf wurde schleißlich erreicht und mein Gesicht war durch die ständige Sonneneinstrahlung von der Seite in eine rote und in eine braune Hälfte geteilt. Dafür war es ein sehr schöner Tag und ein noch schöneres Wochenende. Auf der Heimfahrt wurde mir bewusst, dass ich wirklich alles richtig gemacht habe. Den hier zu leben, bedeutet 5 Tage Arbeit mit einen sehr entspannten Feierabend und 2 Tage (Manchmal auch 3 Tage) reinen Urlaub, unter Palmen, mit Sonnenschein und fröhlich Leuten. Mir geht es also gut und könnte es kaum besser gehen. Langsam fang ich an dieses Land richtig zu mögen… Aber keine Angst, ich komm schon zurück. 🙂

Erfriert mir nicht im kalten Deutschland, liebe Grüße und vor allem ein gesundes, erfolgreiches und angenehmes neues Jahr.

Euer Mathias

PS: Ab 15. Januar ist mein Projekt online: www.dominicansights.com

Auf dem Weg nach Samana

Blick auf Las Terrenas

Las Terrenas

Weihnachtsbaum unter Palmen

Mit den Pferd durch den Fluss…

…und durch den Dschungel

Ich Perspektive

Blick auf das Meer

Cascades de Limon zwischen Palmen

Cascades de Limon

Samana

Cajo Levantado

Strandleben

Spaß am Strand

Entspannung am Strand

Sprung ins Wasser

Blick aud Los Haitises

Leben zum Feiertag

Höhle in Los Haitises

Fluss in Los Haitises

Unberührter Strand

Brutplatz für Vögel

Los Haitises